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Amphibienschutz

Ortsgruppe Neumarkt

Bei der Neuwahl des Vorstands am 18.10.2024 wurde ein 7-köpfiges Team gewählt:

Sprecherin: Kerstin Nickel-Bielaczek

Weitere Vorstandsmitglieder: Daniela Gabler, Tanja Meier, Christine Stagat, Janina Wolf, Alfons Greiner, Michael Haslbeck

E-Mail-Adresse: ortsgruppe-neumarkt@bund-naturschutz.de

Anschrift: BN Ortsgruppe Neumarkt, Alfons Greiner, Eugen-Roth-Straße 23, 92318 Neumarkt

Telefon: 09181-698559, Mobil: 01573-9122103

 


Ein Herz auch für den Vogelschutz

Ein aufmerksamer und engagierter Bürger und Nachbar des BRK-Altenheimes hat die Beobachtung gemacht, dass nicht wenige Singvögel am verglasten Übergang des Hauses für betreutes Wohnen zum Altenheim durch Glasanflug sterben. Er legte daraufhin der Leitung des BRK-Heimes, Katharina Bauereisen und Jens Küneth eine Annonce aus dem BUND-Magazin vor, das wirklich Abhilfe versprach. Die Heimleitung zeigte sich sehr interessiert und in einem Gespräch zusammen mit Richard Rupp und Alfons Greiner vom BN-Ortsvorstand kamen alle Beteiligten rasch zum Ergebnis, diese Abhilfe in Form von Vogelschutz-Aufklebern zu prüfen. Bedenken wegen der Haltbarkeit konnten beseitigt werden, da fünf Jahre Garantie gegeben werden. Auch beim Fensterputzen machen die Vogelschutzpunkte keine Probleme.

Wie Experten feststellten, bringen die oft angebrachten Vogelsilhouetten keinen Erfolg. Jährlich sterben geschätzt 100 Millionen Vögel durch Glasanflug. Sie erkennen Glas nicht als Hindernis, da sie es häufig nicht wahrnehmen oder in der gespiegelten Umgebung eine Fortsetzung ihres Lebensraumes sehen.

Die neue Vogelschutzmarkierung mit dem geprüften 9/90-Millimeter-Raster macht Glas für Vögel hochwirksam sichtbar und bedeckt dabei weniger als 1 Prozent der Scheibenoberfläche: die Aluminium-Punkte haben einen Durchmesser von 9 Millimetern und werden im Abstand von 9 Zentimetern angebracht. Die Funktionalität wurde im Flugkanal getestet und als hochwirksam eingestuft. Die Aluminium-Punkte gibt es auf Bandrolle für private Glasflächen und als Folie auf Rollen in verschiedenen Breiten.

In einem ersten Schritt wurde die Folie für die Südseite des Glasübergangs am BRK-Heim bestellt und im November angebracht. Hierzu wurde die Firma mudra engagiert, die auch die herbstliche Baumpflege auf dem Gelände des Altenheims übernommen hatte. Die Folienpunkte fallen kaum auf und der Vogelschlag wird stark zurückgehen.

Die Naturschützer zeigten sich hocherfreut über das nachhaltige Engagement der Leitung des Seniorenheims und hoffen, dass dieses Beispiel viele Nachahmer sowohl bei Privathäusern, als auch bei öffentlichen Gebäuden findet. Nähere Auskunft über die BN-Geschäftsstelle, Tel. 09181-21578.

Text: Alfons Greiner, 16.12.2025


Eine sehr aktive BN-Ortsgruppe blickt zurück Jahreshauptversammlung im Lokal Tendoori

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der BUND Naturschutz Ortsgruppe Neumarkt am 28.11.2025 berichtete der vor einem Jahr gewählte neue Vorstand über seine Aktivitäten.

Die anwesenden Mitglieder wurden vom Vorstandsmitglied Kerstin Nickel begrüßt. Sie stellte zunächst den gesamten Vorstand vor und erklärte, dass vor einem Jahr ein siebenköpfiger gleichberechtigter Vorstand in der Ortsgruppe Neumarkt gewählt worden ist, der sich seitdem monatlich trifft und im abgelaufenen Jahr eine Vielzahl an Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert hat. Einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse lieferte eine Powerpoint-Präsentation, die von Janina Wolf mit vielen Bildern zusammengestellt worden war und von Alfons Greiner kommentiert wurde. Im Kassenbericht von Daniela Gabler erfuhren die Mitglieder, dass es keine großen Ausgaben gab, jedoch eine größere Spende über 600 € einging.

Beim Tätigkeitsbericht stand eine Erfolgsmeldung am Anfang: einen Monat nach der Neuwahl kam die Meldung, dass OB Markus Ochsenkühn den geplanten dreistreifigen Ausbau der B299 rund um Neumarkt nicht weiterverfolgen will. Die Ortsgruppe hatte sich stark in der BI GenugdavonB299-Woffenbach engagiert.

Die erste größere Aktion in 2025 waren Infostände an drei Samstagen vor der Bundestagswahl. Die Debatten um die Klimaerwärmung spielten zwar in der großen Politik keine große Rolle mehr, die Folgen spüren aber alle in immer größerem Ausmaß. Vielleich fand deshalb die Info-Veranstaltung über die Möglichkeiten der Wärmepumpe im Altbau so große Resonanz, dass der große Saal des Johanneszentrums voll war und viele Interessenten keinen Platz mehr fanden. Deshalb wurde für Ende März ein zweiter Termin angesetzt, diesmal im Landratsamt und auch der füllte sich wieder. Greiner verwies auf die gute Zusammenarbeit mit der Klimaschutzmanagerin des Landkreises Kathrin Kimmich und den beiden kirchlichen Bildungswerken.

Einen Waldspaziergang mit dem Stadtförster hatte Kerstin Nickel organisiert und er zeigte den Teilnehmern, wie von Seiten der Kommune der Stadtwald bei Rittershof klimatauglich umgestaltet werden soll. Die Frühjahrsblüher am Wolfstein standen im Mittelpunkt einer Exkursion, geleitet von Kerstin Nickel.

Im Kontakt mit der neuen Ohm-TH gelang es, einen Vortrag von Prof. Gaugler um die wahren Kosten von Lebensmitteln zu organisieren. Bei der Diskussion um die geplante Windkraftanlage auf dem Großberg bei Tyrolsberg nahmen Mitglieder der Ortsgruppe deutlich Stellung gegen dieses Windrad, nachdem viele der komplexen Zusammenhänge genauer untersucht worden waren.

Der BN war bei der offiziellen Eröffnung der Stadtparkerweiterung vertreten und informierte beim Altstadtfest mit einem viel beachteten Stand über die Verbesserung der Artenvielfalt rund um Haus und Garten. Das Programm für Kinder stand meist im Mittelpunkt des Interesses.

Für eine Steinbruchführung am Winnberg hatte Daniela Gabler mit Hartwig Püschel einen kompetenten Kenner der Fossilienwelt gewonnen.

Ein Gesprächstermin bei Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, die Mitgestaltung des traditionellen Moorfestes im Deusmauer Moor, eine Wanderung vom Bahnhof Deining zu Bächen und Hohlwegen am Albtrauf und der Besuch des Reichswaldfestes in Nürnberg waren wichtige Termine im Sommer. Bei der „BatNight“ Ende August konnte Christine Stagat über 60 Fledermausfreunde begrüßen und viel Wissenswertes über diese fliegenden Säugetiere vermitteln.

Der Herbst stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeitswochen, die von der Stadt Neumarkt federführend organisiert waren. Höhepunkt für den BN waren Vortrag und Lesung von Uwe Ritzer, Wirtschaftskorrespondent der SZ und Autor von „Der Ausverkauf -Wasser, Boden, Rohstoffe“. Er stellte dar, wer mit unseren Ressourcen Profite macht und was wir dagegen tun können. Auch bei der Filmreihe im Cineplex „Eine Welt – unsere Verantwortung“ war die Ortsgruppe ein konstruktiver Partner. Die „Real-Utopie für Neumarkt“ hat die Ortsgruppe maßgeblich unterstützt.

Abschließend zeigte Alfons Greiner noch die Anbringung von „Vogelschutzpunkten“ an Glasfassaden. Dieses System hält Vögel wirksam davon ab, gegen Glasscheiben zu fliegen und wurde jetzt im BRK-Heim in Woffenbach angebracht.

Nach den Berichten wurde der Vorstand auf Antrag einstimmig entlastet. Christine Stagat gab anschließend einen Ausblick auf das kommende Jahr. Verbunden damit waren Wünsche und Anregungen aus dem Kreis der Mitglieder. Dies war ein deutliches Zeichen, dass die aktiven BNler auch 2026 wieder viele hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit leisten werden, um u.a. die Lebensqualität in Neumarkt, die Klimasituation, die Artenvielfalt, das Wohnumfeld, den ÖPNV und den Fahrradverkehr zu verbessern.

Text: Alfons Greiner


Autorenlesung mit Uwe Ritzer: „Der Ausverkauf - Profit um jeden Preis“

Im Rahmen der 5. Nachhaltigkeitswochen der Stadt Neumarkt ist es dem BUND Naturschutz gelungen, den viel beachteten Spiegel-Bestseller-Autor Uwe Ritzer am 1. Oktober 2025 nach Neumarkt ins Johanneszentrum einzuladen. Er hat vor dem Hintergrund des Klimawandels eindringlich beschrieben, wie hierzulande die Wasservorräte bereits in einem Ausmaß wie in kaum einem vergleichbaren Land schrumpfen und andererseits der Bedarf in der Wirtschaft deutlich ansteigt. Mitveranstalter waren das evangelische Bildungswerk, die katholische Erwachsenenbildung, People for Future und das Nachhaltigkeitsamt der Stadt Neumarkt.

Der SZ-Wirtschaftsjournalist Ritzer hat mit seinen investigativen Reportagen und seinem Buch Zwischen Dürre und Flut aufgezeigt, wie schnell es auch bei uns zum Wassernotstand kommen kann. In seinem neuen Werk „Der Ausverkauf - Wasser, Boden, Rohstoffe“ zeigt er, dass unsere Umwelt nicht nur verzockt wird, sondern auch, wer dafür die Verantwortung trägt. 

Im gut gefüllten Johanneszentrum zitierte er zunächst aus seinem neuen Buch, dass es über weite Strecken ein Wirtschaftsthriller sei mit dem Klimawandel als Kulisse für die Handlung. Als Schauplätze nannte er unter anderem Berlin, das tiefste Bayern, Nord- und Ostdeutschland, das Steuerparadies Schweiz und Peru. Er prangerte an, dass sich einige wenige an Allgemeingütern vergreifen und damit gewaltige Profite erwirtschaften. Währenddessen werden in Deutschland hitzige, kleinteilige Diskussionen geführt um Heizungen oder Elementarversicherungen gegen Unwetterschäden. „Und wir tun so, als ob der Einzelne es richten könnte, wobei die internationale Politik versagt."

Multinationale Konzerne beuten im großen Stil Wasser, Boden und unverzichtbare Rohstoffe aus. Dies geht zu Lasten des Klimas, der Umwelt, unserer Zukunft und unserer Geldbeutel. Dabei nimmt Ritzer große und kleine Firmen aus, die redlich wirtschaften.

Er nennt eine Reihe von Ausbeutern beim Namen und führt auch Glencore auf, eine Unternehmensgruppe aus der Schweiz, die im Rohstoffhandel und Bergwerksbetrieb tätig ist. Der Umsatz allein von Glencore ist größer als der vom Nahrungsmittelmulti Nestlé und den Pharmariesen Sandoz und Roche zusammen! Aber kaum jemand kennt die Firma.

Ritzer ging mit der Politik und ihren unausgegorenen Ideen und Vorschlägen hart ins Gericht und geißelte den Alarmismus der „Letzten Generation“ ebenso wie die Rechtspopulisten und Verschwörungsrhetoriker. Als 2024 Starkregen und Überflutungen auch in Bayern viele Regionen heimsuchten, wurde nicht über längst überfällige Investitionen in Regenrückhaltebecken und ein dringend notwendiges nationales Wassermanagement diskutiert, sondern über Elementarversicherungen, die jeder Einzelne abschließen sollte. Für Ritzer ist der Kampf gegen den Klimawandel jedoch eine globale Gemeinschaftsaufgabe und kein Privatissimum. Er fühlt sich nicht dazu berufen, zu missionieren, seine Aufgabe sieht er darin, Fakten und Entwicklungen zu recherchieren, um in bestem demokratischen Sinne Transparenz herzustellen.

Der Referent beleuchtet die vielen weltpolitischen Ereignisse vom Ukraine-Krieg über den Überfall der Hamas auf Israel bis hin zur Wiederwahl von Trump und die Folgen daraus.

Sowohl im Vortrag als auch in der anschließenden Diskussion stand das Thema Wasser im Mittelpunkt. „Verschwenderisch, verantwortungslos und ohne Rücksicht auf nachfolgende Generationen würde die Politik mit unserem wertvollsten Lebensmittel umgehen“, meinte eine Zuhörerin. Die Schadstoffeinträge durch die Landwirtschaft verleiten viele Kommunen dazu, 10 000 Jahre alte Wasserreserven für die Klo-Spülung zu fördern. Eine nationale Wasserstrategie krankt unter anderem daran, dass die politischen und behördlichen Ebenen das Problem noch nicht erkannt haben

Beim Thema Boden spricht Ritzer ein längeres Zusammentreffen mit Hans-Jochen Vogel an. Dieser war Oberbürgermeister von München und später SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat. Vogel riet ihm über die Entwicklung der Bodenpreise zu recherchieren: „Der Umgang mit Grund und Boden in Deutschland hat mit dem Allgemeinwohl nicht mehr viel zu tun“. Heute ist die Situation noch viel schlimmer und es gibt viele Schlupflöcher, welche es Großkonzernen ermöglichen, wie Heuschrecken den Grund und Boden aufzukaufen. Für Landwirte sind diese Entwicklungen ruinös. Und warum kauft die eidgenössische Postgesellschaft in Thüringen 2400 Hektar Wald? Dies dient nur dem Greenwashing ihrer Ökobilanz. Der Preis, den der Investor für das Land bezahlte, konnten weder die Kommunen vor Ort, die Landwirte oder die privaten Waldbesitzer bezahlen. Aus den Reihen der Zuhörer kam auch der eindringliche Appell, sorgsam mit den Böden umzugehen, denn sie sind verantwortlich für die Ernte auf den Feldern und der Grundwasserhaushalt wird entscheidend von der Qualität der Böden bestimmt.

Rohstoffe wie Seltene Erden, Kupfer, Lithium, Kobalt usw. werden immer begehrter und kommen zu einem großen Teil aus China. Aus ethischen Gründen wäre eine Kontrolle der kompletten Lieferketten nötig. Der Druck der Verfügbarkeit lässt jedoch die Moral vergessen. Ausbeutung von Mensch und Boden, Kinderarbeit und Sklaverei sind üblich. 

Uwe Ritzer betonte, ein journalistisches Buch geschrieben zu haben und keine wissenschaftliche Arbeit. Grundlage sind eigene Recherchen und zahlreiche Artikel aus Medien, die als seriöse und belastbare Quellen genannt werden können. Und abschließend: „Das Buch hat keine KI geschrieben, nicht einmal einen winzigen Teil davon."                                                                                                                                        

Bericht: Alfons Greiner


Steinbruch Winnberg - Führung mit Hartwig Püschel am 22.06.2025

Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Neumarkt hatte zur Exkursion eingeladen, und 29 Interessierte sind gekommen, um von Hartwig Püschel, einem ehemaligem Erdkundelehrer des Willibald-Gluck-Gymnasiums Neumarkt, geologische und paläontologische Besonderheiten dieses Standortes zu erfahren. Vor 40 Jahren ist der wirtschaftliche Abbau von Steinen für die Zementherstellung beendet worden, und die Natur hat sich seitdem im aufgelassenen Steinbruch wieder ausgebreitet. Zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind dort heimisch. Auf dem Grund des Steinbruches suchen Sammler seit Jahrzehnten nach Fossilien, den Zeugen der Erdgeschichte, über welche sich frühere Lebensräume und Zusammenhänge darstellen lassen. Die Arten lebten vor 150 Millionen Jahren im Jurameer und ruhen in ihrer ursprünglichen Form eingebettet im Gestein, körperlich erhalten, mit Ausnahme der Weichteile. Die Exkursionsteilnehmer*innen zeigten sich beeindruckt von den mitgebrachten Fossilienfunden, verschiedenen Ammoniten, Muscheln, Wasserschnecken und einem großem Belemniten, auch Donnerkeil genannt. Herr Püschel erklärte uns auf einem Längsschnitt mit rekonstruierten Weichteilen den Aufbau dieses Fossils, das ca. dreimal so lang war, wie die erhaltene Versteinerung (siehe Foto). Zwei Arten von damals, Wasserschnecken und Muscheln leben noch heute in den tropischen Meeren, weshalb die Wissenschaft davon ausgeht, dass das Klima im Jurameer tropisch war. Die zum Abschluss im Abraum der Grube gefundenen Stücke von Versteinerungen durften mitgenommen werden, nachdem Herr Püschel alle benannt und erklärt hatte. Seine Begeisterung für Fossilien ist sehr inspirierend!

Der Steinbruch Winnberg zählt zu einem der wichtigsten Fossilienfundstellen Deutschlands und ist bei Fach- und Amateurgeologen gleichermaßen bekannt und beliebt.

Die 2004 vom Namensgeber Wolfgang Prüfling gegründete Stiftung hat sich der Pflege und dem Erhalt des Steinbruchs Winnberg und der dazugehörigen Wälder verschrieben. 


Der Frühling ist da - Exkursion um den Wolfstein

Die allerersten Boten waren zu entdecken am 09.März beim Rundgang einiger BN Mitglieder der Ortsgruppe Neumarkt um den Wolfsteinberg in Neumarkt. Vor allem der interessante Aronstab und die Brunnenkresse zeigten erstes kräftiges Grün. Aber auch die ersten Leberblümchen und die Kätzchenweide blühten schon und wurden gut besucht von den Honigbienen, Widbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten. Selbst kleine Vögel wie der Zilpzalp und die Blaumeise saugen gelegentlich am zuckerhaltigen Nektar der Salweide. Anhand der vorjährigen Blätter konnten die drei dort vorkommenden Ahornarten gefunden und gut unterschieden werden. Das und etliches Andere waren der Inhalt unserer Exkursion, die wir gerne zu späterer Jahreszeit noch einmal durchführen werden.


„Öl ins Feuer“, Lesung mit Kathrin Hartmann am 14.10.2024

Im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen der Stadt Neumarkt hat der BUND Naturschutz gemeinsam mit dem evangelischen Bildungswerk und der Katholischen Erwachsenenbildung die Journalistin Kathrin Hartmann eingeladen zu einer Lesung aus ihrem neuesten Werk „Öl ins Feuer – Wie eine verfehlte Klimapolitik die globale Krise vorantreibt“.

Im gut gefüllten Bonhoeffer-Saal berichtete die Autorin von verschiedenen Brennpunkten der Welt, ausgesucht hatte sie die USA, Deutschland und Sambia. Im Vordergrund standen dabei immer Begegnungen mit Menschen und deren Schicksale angesichts einer rücksichtslosen Ausbeutung von Rohstoffen durch multinationale Konzerne. Sie berichtet von nicht erfüllten Auflagen der Behörden, von ungehindert austretenden Giftstoffen wie Benzol, Butadien, Schwefeldioxid oder Toxine, deren gesundheitliche Kombiwirkungen noch nicht mal ansatzweise erforscht sind. Sie erfährt von John Beard, ihrem Gesprächspartner in Port Arthur, Texas, dass dort das Risiko, an Krebs zu erkranken, 190mal höher ist als das, was die Umweltschutzbehörde als akzeptables Risiko betrachtet. 

Und die petrochemische Industrie boomt weiter trotz Klimakrise. 2023 wurden in Texas 40 Prozent mehr Öl gefördert als im Vorjahr! Alleine 46 Milliarden Dollar wurden von den fünf größten westlichen Ölkonzernen in die Förderung von Öl investiert! Und das trotz steigender Meeresspiegel und zunehmenden Extremwetterereignissen. Gerade in den letzten Wochen brachten zwei Hurrikans Tod und Verwüstung von nicht gekanntem Ausmaß über mehrere Südstaaten der USA.

Port Arthur steht auch für CCS und LNG, dem „Liquified Natural Gas“, das inzwischen an mehrere Terminals an der Nord- und der Ostsee geliefert wird. Hartmann zitiert nochmals John Beard: „Sie opfern uns schon wieder, für den Energiehunger in Europa.“ Sie schildert nicht nur das Leid der Amerikaner, sondern auch den verzweifelten Versuch der Bewohner von Rügen, dort ein LNG-Terminal zu verhindern. Der Protest ist groß und dennoch soll das größte schwimmende LNG-Terminal Europas gebaut werden. Dabei liegen längst Studien vor, die belegen, dass die deutschen Gasspeicher gut gefüllt sind und die Bundesregierung LNG-Überkapazitäten plant. Es spielt dabei keine Rolle mehr, dass dies Tausende von Arbeitsplätzen in der Tourismusindustrie kosten wird. Die Baggerarbeiten zerstören hochsensible Ökosysteme, und die Pipeline zerschneidet vier wichtige Schutzgebiete. Die Auswirkungen auf die Unterwasserwelt und den CO2-Haushalt sind enorm. Es ist zu befürchten, dass die wichtigsten Laichplätze der Heringe zerstört werden. Es spielt offensichtlich keine Rolle mehr, dass die EU den Mitgliedsstaaten ausdrücklich verbietet, den Zustand von Natura-2000-Gebieten zu verschlechtern. Hartmanns Fazit: „Der Schutz von Umwelt, Klima und von unseren Lebensgrundlagen hat in Deutschland offenbar keine parlamentarische Vertretung. Nicht einmal mit einer Regierungsbeteiligung der Grünen.“ 

Das anfängliche Versprechen, kein umstrittenes Fracking-Gas aus den USA zu importieren, wurde bereits mit dem zweiten Tanker, der anlegte, gebrochen. Pikanterweise ist er mit Flüssigerdgas gefüllt aus einem Terminal in Lake Charles, das Donald Trump einst eröffnet hat. Die Menschen vor Ort sind verzweifelt. „Wir haben ganz brav alle demokratischen Mittel genutzt, die es gibt. Aber wir haben kein Gehör gefunden,“ so Umweltschützer auf Rügen.

Es ist längst widerlegt, dass die weitere Errichtung von LNG-Terminals notwendig ist, aber das Wirtschaftsministerium beharrt darauf. Die letzten Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur zur Gasversorgung belegen, dass der Anteil von LNG an den deutschen Gasimporten lediglich sieben Prozent betrug!

In einer angeregten Diskussion stellten die Zuhörer viele Fragen an Kathrin Hartmann, wobei klar wurde, dass die Bürger kein Verständnis haben für den unguten Einfluss der fossilen Industrie auf die Politik. 

Abschließend berichtete die Autorin noch von hoffnungsvollen Aktionen aus Sambia und den USA, bei denen es Royd Michelo und Sharon Lavigne gelang, Erfolge in ihrem zähen und unermüdlichen Kampf gegen eine rücksichtslose Industrie zu erzielen. Hierzu gehört auch das Moratorium für den Ausbau der LN-Export-Infrastruktur, das US-Präsident Joe Biden letztes Jahr verhängte.

Alfons Greiner

Interview mit Kathrin Hartmann


Vogelstimmenwanderungen erfreuen sich steigender Beliebtheit.

Das Programm der Stadt Neumarkt „Sommer im Park“ bietet auch heuer wieder drei Vogelstimmenwanderungen im LGS-Gelände an. Bei der ersten Wanderung konnte Alfons Greiner vom Bund Naturschutz 24 Vogelinteressierte begrüßen. Etwa 15 Arten konnte er an diesem Abend vorstellen. Vor allem das Rotkehlchen sang eine Strophe nach der anderen, so dass sich die Teilnehmer diesen Gesang gut einprägen konnten.

Neben den Überwinterern, die auch am Vogelhäuschen zu beobachten waren, verkündeten die ersten Zugvögel ihre Rückkehr. So konnte der Zilpzalp längere Zeit in Ruhe angehört werden. Auch der Fitis und die Mönchsgrasmücke zeigten mit ihrem Gesang an, dass der Winter endgültig ausgespielt hat.

Spannend wird es bei der zweiten Wanderung am 1. Mai ab 7:30 Uhr, Treffpunkt Schauturm.

Sind dann auch Girlitz und Klappergrasmücke zurück und lassen sich Gartenbaumläufer und Zaunkönig hören? Lacht der Grünspecht noch oder ist er verschwunden? Diesen und weiteren Fragen gilt es am Freitag nachzugehen.

Für diese Vogelstimmenwanderung sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Wenn Sie sich schon immer fragten, wie heißt der Vogel eigentlich, der da singt und wie sieht er aus, dann sind Sie hier richtig. Dieses Angebot richtet sich vor allem an interessierte Laien. Ein Fernglas wäre von Vorteil. Diese Veranstaltung des Kulturamtes Neumarkt findet in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz statt.