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Presseberichte

Grundschüler bauen Insektenhotel

Acht Insektenhäuser zieren jetzt den Hof und den Garten der Grundschule Woffenbach. Am Anfang stand die Idee von Schulleiter Dr. Mayr, Hilfen für Insekten im Schulbereich zu erstellen, vor allem für die Insekten, die bei der Bestäubung wichtige Dienste leisten und dafür sorgen, dass Obst und Gemüse reifen, aber auch die Blumenwelt befruchtet wird. Er wandte sich an Alfons Greiner vom BUND Naturschutz, mit dem er schon in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet hatte.

Beide waren sich schnell einig, dass jede Klasse „ihr“ Insektenhaus bekommen sollte. Auch die Befüllung und Betreuung ist künftig Aufgabe der jeweiligen Klasse. Nachdem alle Materialien besorgt waren, schleiften, bohrten, schraubten und werkelten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b zwei Schultage lang unter der sachkundigen Anleitung von Herrn Greiner. Unterstützt wurden die fleißigen Handwerkerinnen und Handwerker noch von Frau Fuchs, Herrn Dr. Mayr und drei FOS-Praktikant/innen.

Am Ende waren sie dann auch fertig, die acht Insektenhotels, die im Rahmen eines Mikroprojekts der Stadt Neumarkt entstehen sollten.

Über die Pfingstferien hatten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe erhalten, das nötige Material für die Befüllung zu sammeln. Dabei wurden auch die neuesten Erkenntnisse aus der Gartenbauabteilung des Landratsamts mit einbezogen. Dann war es so weit: Jede Klasse konnte sich auf dem Schulgelände einen passenden Platz für ihr Insektenhaus aussuchen. Wichtig dabei war, dass die Ausrichtung des Insektenhotels nach Süden oder Südosten gewährleistet war, denn dies sind die bevorzugten Anflugsrichtungen der Hummeln und Wildbienen.

Neben dieser praktischen Arbeit erhielt jede Klasse auch noch eine Einführung zum Thema Nutzinsekten. Die Kinder können jetzt im Laufe der Zeit hautnah beobachten, wer denn alles in so ein Insektenhaus einzieht und es als Brutstätte nutzt. 

Warum ausgerechnet Insektenhäuser?

Insektenhäuser, oft auch als Insektenhotels bezeichnet, sind in erster Linie keine Wohnquartiere für Wildbienen, sondern ihre Kinderstube. Sie sind nützliche und leicht zu beobachtende Tiere. Sie sind mit ihrer faszinierenden Lebensweise geeignet, sowohl Kinder als auch Erwachsene für die Natur zu begeistern und die Naturbeobachtung zu gewinnen. Somit wird auch der Schulhof zu einem sinnvollen Standort für Insektenhotels.

Insektenhäuser sind wichtig, weil es bei den Honigbienen in manchen Jahren Ausfälle gibt, und die Anzahl der Imker zurückgeht. Außerdem fliegen Wildbienen selbst bei schlechtem Wetter und bei Kälte. Somit vollbringen sie auch dann eine Bestäubungsleistung, wenn die Honigbiene nicht mehr fliegen kann. Wenn die Bestäubung nicht mehr gewährleistet ist, müssen wir Ernteausfälle oder zumindest Ernteeinbußen verkraften. Wildbienen sind im Gegensatz zur Honigbiene keine staatenbildenden Insekten, sondern Einzelgänger. Jede Biene oder Hummel ist nur für ihre eigenen Eier verantwortlich. Die Kinderstube ist meistens eine Röhre. Diese wird von den einzelnen Arten unterschiedlich präpariert, der Mensch würde sagen eingerichtet. Neben dem Ei kommen noch Pollen und Nektar in die Höhle, die danach verschlossen wird.

Die Wildbienen sind relativ ungefährlich. Sie stechen so gut wie nie und ihr Stich ist wesentlich weniger schmerzhaft als bei einer Honigbiene oder Wespe. Zudem ist der Stachel bei vielen Wildbienen so kurz, dass sie damit nicht einmal die menschliche Haut durchstechen können.

Kinder können also bei Wildbienen ihren Forscherdrang so richtig ausleben. Sie erfahren vieles über eine Insektengruppe, die unter den veränderten Gegebenheiten in unserer Landschaft leidet. Die zur Verfügung gestellten Nisthilfen sind für eine Reihe von Arten recht wertvoll. Es gibt aber auch andere Arten, die ausschließlich in natürlichen Biotopstrukturen siedeln.

Auf Nahrungspflanzen für Bienen und Hummeln achten

Was nützt einer Wildbiene der Wohnraum, wenn der Nachwuchs nicht genügend Nahrung findet? Die Pflanzen, die den Tieren geeigneten Pollen und Nektar bieten, müssen ebenso vorhanden sein. Eine üppig blühende Forsythie bietet den heimischen Bienen keine Nahrung. Auch viele der im Gartenkatalog so wunderschön abgebildeten gefüllten Blumen geben den Wildbienen keine Nahrung. Wichtig ist ein artenreiches Angebot möglichst heimischer Blühpflanzen über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

Wildbienen sind fast das gesamte Jahr anzutreffen. Hummeln bestäuben auch in kalten Wetterperioden, wenn Honigbienen im Stock bleiben. Während die Wildbienen je nach Art zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr anzutreffen sind, fliegen Hummeln monatelang. Mit einem artenreichen Angebot können Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer deshalb von Frühjahr bis Herbst die fleißigen Bestäubungshelfer beobachten.

Tipps für Bastler/innen und Hobbygärtner/innen

Wer sich jetzt auch an den Bau eines Insektenhotels wagen oder im Garten mehr Pflanzen für Wildbienen anbieten will, kann sich an den BUND Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt wenden. Hier gibt es eine Bauanleitung und eine Liste mit „bienenfreundlichen" Pflanzen.

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(BUND Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt, 92318 Neumarkt i.d.Opf., Bockwirtsgasse 2, Tel: 09181 21578, neumarkt@bund-naturschutz.de)

Voller Stolz präsentierten die acht Klassen ihr speziell gefülltes Insektenhaus, bevor sie sich einen Platz im Schulgelände suchten.

Für das Aufstellen, wie hier im Schulgarten, mussten dann doch Erwachsene ran.

Der Erfolg stellt sich oft schon nach wenigen Wochen ein. Hier ist deutlich zu sehen, dass einige Wildbienen ihre ausgesuchte Kinderstube bereits verklebt und damit vor ungebetenen Gästen gesichert haben.