Ortsgruppe Berching
Die Ortsgruppe wurde am 6. Juli 2024 reaktiviert. Das ist der neue Vorstand:
1. Vorsitzende: Nathalie Stopfer
2. Vorsitzende: Sabine Merkl
Schatzmeister: Josef Lichtenegger
Beisitzer: Dr. Franz Donhauser, Angelika Minet, Josef Neumeyer
Kontakt: berching@bund-naturschutz.de
Film und Zeitzeugengespräch - BN erinnert an Wackersdorf
„Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“, so zitierte Gertrud Heßlinger am Sonntag, 04.10.2026 den ehemaligen Schwandorfer Landrat Hans Schuierer, der sich, nach anfänglicher Begeisterung, ab 1982 „seinem Gewissen und dem Wohle der Bürgerinnen und Bürger verpflichtet“, gegen die Pläne der bayerischen Staatsregierung zum Bau einer Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe (WAA) bei Wackersdorf stellte. Unzählige Vereinigungen, Bürgerinitiativen, politische Gruppierungen aus ganz Deutschland und Österreich, und vor allem viele Einheimische und Pfarrer unterstützten in den 1980er Jahren den Protest, der 1986 in der „Pfingstschlacht von Wackersdorf“ gipfelte.
Anlässlich des 40. Jahrestages im Juni 2026 zeigte die Ortsgruppe Berching des Bundes Naturschutz (BN) gemeinsam mit der Kreisgruppe Neumarkt am vergangenen Sonntag zweimal den authentischen Spielfilm „Wackersdorf“ und lud drei Zeitzeugen von damals zum Gespräch mit dem Publikum ins Berli-Kino ein. Neben der ehemaligen 2. Neumarkter Bürgermeisterin (aktuell Kreistags-Mitglied der SPD) Gertrud Heßlinger, waren der ehemalige Polizeibeamte Johann Wein und der Energieexperte im BUND und Maschinenbau-Ingenieur Franz Waldmann anwesend.
Bei allen rüttelten die bewegenden Filmszenen Erinnerungen wach, die auch den Moderator und langjährigen Aktivisten Bernhard Schinner (BN) so aufwühlten, dass er sich „nicht sicher“ war, anschließend „noch reden zu können“. Eindrücklich erinnerte sich Johann Wein, der in Zivil vor Ort gewesen war, an eine Situation in der er „vor seinen eigenen Kollegen“ Angst bekommen hatte. Überzogene Polizeigewalt führten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. In der Folge trat Johann Wein damals in die Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizeibeamter ein und appellierte auf der Bühne eindrücklich auf die Einhaltung von Recht und Gesetz. „Völlig freiwillig“ hatte Franz Waldmann als 16-Jähriger seinen Vater Ludwig Waldmann, einer „Gallionsfigur im Widerstand“, zu den Protesten begleitet und sich im Zuge dessen zu einem entschiedenen Atomkraft-Gegner entwickelte. Als stellvertretender Sprecher des Bundesarbeitskreises Atom- und Strahlenschutz im BUND engagiert er sich u. a. gegen die „PowerPoint-Reaktoren“. Dies ist eine Bezeichnung für Reaktoren, „die nach Expertenaussagen technisch kaum realisierbar sind, aber von politisch Verantwortlichen, wie dem bayerischen Ministerpräsidenten, propagiert werden“. Franz Waldmann zog Parallelen zu den gezielten Fehlinformationen im Fall „Wackersdorf“ zu „Fake-News“ in der heutigen energiepolitischen Diskussion. Die Friedensfahne im Hintergrund der Bühne befand Herr Waldmann als sehr passend, da die geplante Fertigstellung der WAA mit dem Auslaufen des Atomwaffensperrvertrag zusammengefallen wäre. Dies hätte den Bau von Atomwaffen in Deutschland ermöglicht. Bis heute verfügen alle Staaten die Atomwaffen besitzen ebenso über eine Wiederaufbereitungsanlage.
Der BN bedankte sich sehr herzlich bei allen Teilnehmenden und hofft, dass die bedeutenden Geschehnisse von damals nicht in Vergessenheit geraten und andere Vereine oder Schulen vergleichbare Veranstaltungen durchführen. Alle beteiligten Personen sind für Anfragen offen, um damit einen Beitrag zur Bewahrung der demokratischen Werte zu leisten.
Interessierten sei auch die einschlägige Ausstellung im “Haus der bayerischen Geschichte” in Regensburg empfohlen mit unzähligen Audio-Dateien, welche über die Homepage des Museums abrufbar sind. Hier gelangt ihr zu den Interviews.
Ermöglicht wurde die spendenbasierte Veranstaltung durch BN-Vorstandsmitglied Alfons Greiner, der den Film über die LandesMedienDiensteBayern beschaffte. Außerdem unterstützen der Eine-Welt-Laden und Jugendliche beim Verkauf. Vielen Dank an alle Helfer:innen.
Jahreshauptversammlung am 4. November 2025
Die Vorsitzende der OG Berching, Nathalie Stopfer, berichtete anschaulich über die Aktivitäten der Ortsgruppe. Neben den gut besuchten Exkursionen war der BN auch mit einem Stand an verschiedenen Markttagen vertreten, um insbesondere über notwendige Heckenpflanzungen und Igelschutz zu informieren. Mit Kindern (und Vätern) wurden auch Futterhäuser für die stachligen Gartenbewohner zusammengebaut. Insgesamt war die OG in den letzten 16 Monaten mit vielen Veranstaltungen aktiv und hat deshalb auch den besonderen Dank der Kreisvorsitzenden Sigrid Schindler erhalten.
Im Speisesaal des St. Franziskus-Pflegeheims wurde im Anschluss an die JHV für die Öffentlichkeit der Film “Die Eiche - mein Zuhause” gezeigt. Dank an die Heimleitung, Gerhard Binder, und an Alfons Greiner vom BN Neumarkt für die Filmvorführung.
Infostand beim Markttag in Berching am 19. Oktober 2025
Interesse bei den Marktbesuchern fand vor allem der kleine ausgestopfte Igel der Kreisgruppe. Nathalie Stopfer, Angelika Minet und Dietmar Stenzel warben bei den Marktbesuchern nicht nur für einen naturnahen Garten als Wohnraum für den bedrohten Igel, sondern zeigten auch, wie man eine Benjeshecke anlegen kann. Die Broschüre über richtige Heckenpflege vom Landschaftspflegeverband wurde ebenfalls gerne mitgenommen.
Winterwanderung zum Haarberg am 12. Januar 2025
Naturkunde und Lokalgeschichte bei Winterwanderung
Strahlender Sonnenschein und Schnee - besseres Wetter für eine Winterwanderung hätte sich die Ortsgruppe Berching des Bund Naturschutz am Sonntag nicht wünschen können. Ortskundige Mitwanderer erläuterten lokalgeschichtliche und naturkundliche Besonderheiten auf der gewählten Strecke.
Vom Startpunkt Kreisbauhof in der Lohmühle marschierte die Gruppe Richtung Rudertshofen. Am instandgesetzten Wasserhäusl, 1930 gebaut, wurde die vormals schwierige Wasserversorgung der Bevölkerung auf den Jurahochflächen deutlich. Erst die Elektrifizierung ermöglichte den heutzutage selbstverständlichen Komfort von Leitungswasser für jedes einzelne Haus, wie Maria Meil, die Ortsprecherin des Dorfes ausführte. Weideflächen mit markanten Schattenbäumen und der Gänseweiher sind Zeugen einer Vergangenheit, in der die kleinbäuerliche Landwirtschaft das Leben der Region prägte. In einem unfreiwilligen Umbau befindet sich der Wald im Rudertshofener Tal. Die dort wachsenden Eschen sind deutlich vom Eschentriebsterben gezeichnet, viele der vom Pilz befallenen Eschen sind bereits abgestorben und umgestürzt.
Bei der Keltenschanze, ein Bodendenkmal aus vorchristlicher Zeit, ist es unsicher, ob es sich um einen bewirtschafteten Hof oder um eine Kultstätte handelt. Zum Abschluss der Winterwanderung ging es über den Haarberg am Wasserwerk vorbei nach Berching zurück.
Filmabend "Dürre in Deutschland" am 21.11.2024


Im Anschluss an den Film “Dürre in Deutschland” informierte sich das Publikum bei den geladenen Experten zur aktuellen Lage von Wäldern, Landwirtschaft und Wasserversorgung in Berching und Umgebung.
Vortrag, Schaufenster und Infostand zur Igelhilfe
Nach einem gut besuchten Vortrag im Altenpflegeheim am 22. August 2024 hat die Ortsgruppe im Werkraum der Mittelschule am 19. Oktober Igel-Schlaf- und Futterhäuser gebaut und am Markttag, am 20. Oktober, noch einmal für Igelhilfe geworben.















Ortsgruppe wieder aktiv!
„Endlich wieder eine aktive Ortsgruppe des Bund Naturschutz“, freute sich der Berchinger Stadtrat und langjährige Vorsitzende Dr. Franz Donhauser. Zur Reaktivierung hatte die Kreisgruppe Neumarkt zum Engelwirt eingeladen, und unter der Leitung der zweiten Kreisvorsitzenden Sigrid Schindler wurde die Tagesordnung zügig abgewickelt. Donhauser erinnerte in seinem Rechenschaftsbericht an viele interessante Exkursionen zum Thema Feuersalamander, ökologische Landwirtschaft und Lebensraum Wald. Die Gemeinde Berching sei reich an Naturschönheiten, und diese gelte es zu schützen und zu erhalten, z.B. die Steinerne Rinne, das Rachental oder das Kruzerloch.
In diesem Sinn will auch der neue Vorstand aktiv werden und damit die Tradition fortsetzen. Aber er will auch neue Akzente setzen. Einstimmig gewählt wurden Nathalie Stopfer als erste Vorsitzende, Sabine Merkl als zweite Vorsitzende und Josef Lichtenegger als Schatzmeister. Als Beisitzer fungieren zukünftig Dr. Franz Donhauser, Angelika Minet und Josef Neumeyer.
Das neue Vorstandsteam hat bereits eine Menge Ideen entwickelt und wird diese zeitnah umsetzen. Neben Exkursionen, Wanderungen, Radltouren soll es auch Info-Veranstaltungen geben, z.B. in Kürze schon zum Thema „Igelschutz und Mähroboter“. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde werden zukünftig alle Veranstaltungen angekündigt, aber man will auch Ansprechpartner sein, nicht nur für die über 80 Mitglieder im Gemeindebereich, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger. Es wurde bereits eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet, über die der neue Vorstand erreichbar ist: berching@bund-naturschutz.de
Unterstützung vom Neumarkter BN-Vorsitzenden Alfons Greiner erhält die Ortsgruppe bei Filmvorführungen von den LandesMedienDienstenBayern zu Umweltthemen. Die Darstellung in den sozialen Medien übernimmt der Experte des Kreisverbands Werner Lauckner. Aber auch die Kinder- und Jugendarbeit liegt dem neuen Vorstand sehr am Herzen. Vor allem Sabine Merkl möchte hier Angebote erstellen, damit sich auch junge Familien vom Natur- und Umweltschutz angesprochen fühlen.
Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung konnten sich die Teilnehmenden noch einen Eindruck verschaffen vom neuen „Engelwirt“. Hier wird originelles, auch hochmodernes Wohnambiente in den Ferienwohnungen mit Selbstversorgung verbunden. Beeindruckt waren die Naturschützer von den architektonischen Leistungen. Denkmalschutz und städtebauliche Vorgaben sind harmonisch umgesetzt. Der begrünte Innenhof mit Gemüse- und Kräuterbeeten lädt zur Entspannung ein. Im kleinen integrierten Regionalladen finden Einheimische und Gäste Souvenirs, z.B. Schmuck, Deko-Gegenstände, Marmeladen, Süßwaren oder spezielle Pasta-Sorten. Diesem Konzept wünschten die Naturschützer viel Erfolg.


Hermannsberg

Hermannsberg Kirche
Berching und sein landschaftlich reizvolles Umland sind immer einen Besuch wert. Abseits von Lärm und Hektik lässt sich die Natur genießen. Dieser Blick auf Hermannsberg bietet sich dem aus dem Labertal aufsteigenden Wanderer.
Wanderung im Labertal

Wanderer im Labertal
Die Großgemeinde Berching mit ihren über 40 Dörfern bietet in einer reizvollen Landschaft Raum für Naherholung und unspektakulären Aktivurlaub. In vielen Dorfwirtschaften haben Wanderer und Radler die Möglichkeit, sich bei lokalem Bier und mit einer deftigen Brotzeit für weitere Kilometer zu stärken. Auf dem Foto: Wanderer auf dem Weg von Hermannsberg hinunter ins Labertal. Im Hintergrund ist am Hang die Ortschaft Simbach zu sehen.
Feuersalamander

Feuersalamander
Großen Anklang fanden die Feuersalamander-Wanderungen, die unsere Ortsgruppe die letzten Jahre zusammen mit der Ortsgruppe des Landesbundes für Vogelschutz organisiert hat. Während anderswo diese faszinierenden Tiere sehr selten sind, finden die Feuersalamander bei uns geeignete Lebensräume und sonst noch recht häufig anzutreffen.





















