Kunstrasen und Plastikhügel - BN Neumarkt warnt vor den Folgen
PM 06/2026
Die Frage nach dem Bau von „Kunstrasenplätzen“ beschäftigt derzeit die Vereine und die Politik. Jetzt sollen auch die „Spielhügel“ im Ludwigshain einen neuen Belag erhalten.
Der BUND Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt hat sich mit dieser Thematik befasst und warnt eindringlich vor vorschnellen Entscheidungen.
Ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist Mikroplastik, ein Produkt, das für immer mehr Gesundheitsgefahren verantwortlich gemacht wird und dessen Problematik noch bei weitem nicht erforscht ist. Berichte über Rückstände bis hin zur Muttermilch lassen aufhorchen.
Jetzt wird über Kunstrasenplätze diskutiert, ohne dass grundlegende Erkenntnisse zugrunde liegen. Beim Füllgranulat geht es um zumindest mehrere hundert Kilo pro Platz und Jahr, die ständig verweht, ausgewaschen und von den Sportlern über Schuhe und Trikot weiterverbreitet werden. Das Material muss ständig nachgefüllt werden. Bereits im Herbst 2023 wurde in der EU ein Verbot von Kunststoffgranulat beschlossen. Dieses tritt aber leider erst in fünf Jahren in Kraft. Es gibt zwar bereits erste Alternativen an umweltfreundlichen Materialien, ob diese allerdings die gewünschten Eigenschaften haben, muss sich noch herausstellen. Und auch die Kosten dürften deutlich höher liegen.
Es ist also an die Verantwortlichen in den Vereinen und der Politik zu appellieren, dass sie sich detailliert mit dem Gesamtkomplex Kunstrasen auseinandersetzen und eine Lösung suchen, die den Abrieb von Mikroplastik auf Null zur Folge hat.
Hinzu kommt, dass die Diskussion jetzt wegen der mangelnden Bespielbarkeit an wenigen Tagen im Winter aufkam. Da die Winter wärmer wurden, verkürzten die Verbände die Winterpause. Und da stellt sich die Frage, ob der Februar 2026 nicht eine Ausnahme bleiben wird?
Der BUND Naturschutz erwartet von den Politkern, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn die bisherigen Äußerungen lassen oft den Umwelt- und Gesundheitsaspekt außen vor.
Beim Thema „Spielhügel“ spielt der Aspekt Kunststoffabrieb hinsichtlich der Erneuerung offensichtlich auch keine Rolle. Wie viel Mikroplastik wurde an die Umgebung abgegeben? Bevor die Verwaltung neuen Kunststoff anbringen lässt, wäre die Untersuchung der umgebenden Böden nach Mikroplastik dringend erforderlich gewesen. Hat die Verwaltung dies unternommen? Die Gesundheit der Kinder muss hier an erster Stelle stehen.





