Der Vorstand der neu gegründeten Ortsgruppe

von links nach rechts: Sandra Pirkl (Kassenwartin), Gerhard Betz (Beisitzer), Gerhard Schmidt (1. Vorsitzender) bund-freystadt@web.de, Christa Schrade (Beisitzerin), Anna Pillhöfer (Schriftführerin), Manuela Heßlinger (2. Vorsitzende), Kirsi Ollikainen (Beisitzerin)

nicht auf dem Foto: Katja Tretter (Beisitzerin)


Ortstermin des Bund Naturschutz in Rettelloh
Der Vorstand der Freystädter Ortsgruppe des Bund Naturschutz und Sigrid Schindler vom
Kreisvorstand besichtigten vor Ort die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Rettelloh in
Freystadt. Die Gruppe auf dem Foto steht am Anfang eines ca. 15 ha großen Ackerstreifens,
der im Flächennutzungsplan der Stadt bereits als GE-Gebiet gewidmet ist, aber noch nicht mit
einem Bebauungsplan belegt wurde.
Wenn es nach den Vorstellungen des Bund Naturschutz ginge, sollte dies auch so bleiben.
Hier gelte es, wertvolle Ackerflächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten. Problematisch
sei jedoch, dass wohl einige Grundstücksbesitzer, die selbst keine Landwirtschaft
mehr betreiben und ihre Flächen verpachten, der Versuchung nicht widerstehen können und
voreilig verkaufen. Die Eigentümer der Grundstücke haben es also in der Hand, ob der Flächenfraß
gestoppt werden kann oder wie bisher weitergehen soll. Spätere Beschwerden und
Protestaktionen würden dann aber nichts mehr helfen.
Unterstützung erhält die Ortsgruppe vom Kreisvorstand. Der Bund Naturschutz erachtet diese
GE-Fläche als denkbar ungeeignet für eine Erweiterung. Einmal seien noch nicht alle Flächen
belegt, „Vorratsflächen“ für einzelne Betriebe sollten aber vermieden werden. Des Weiteren
gebe es mehrere Leerstände: Lagerhallen, Baracken, Garagen. Diese müssen bei einer Neubelegung
absoluten Vorrang haben vor einer Neuausweisung. Darüber hinaus ist die Lage des
GE-Gebiets denkbar ungünstig gelegen, praktisch mitten im Naherholungsgebiet rund um
Freystadt. Die benachbarten Dörfer leiden ohnehin bereits unter Lärm und zusätzlichem Verkehrsaufkommen.
Eine vernünftige Verkehrsanbindung sei leider von Anfang an nicht vorhanden
gewesen. Der Bund Naturschutz lehnt aus diesen Gründen eine Ausweitung des GEGebiets
Rettelloh ab.
„Obwohl die Erweiterung im Flächennutzungsplan vorgesehen ist, heißt das nicht“, so der
Vorsitzende der Ortsgruppe, Gerhard Schmidt, „dass sie auch durchgezogen werden muss.“
Diese Planung stamme schließlich aus der Zeit lange vor dem Volksbegehren, bei dem fast
zwei Millionen Menschen in Bayern für mehr Wertschätzung von Natur und Umwelt gestimmt
haben. Dies gelte es jetzt umzusetzen. Dabei müssen auch solche Pläne rückgängig
gemacht werden. Ein „Weiter so!“ dürfe es gerade beim Flächenverbrauch nicht mehr geben,
hier seien innovative Ansätze und Lösungen gefragt.


Linden in Großthundorf sollen Naturdenkmal bleiben

Zwei große Linden auf dem Anwesen Heßlinger waren bisher Naturdenkmal. Sie wurden aus der Liste des Landratsamtes herausgenommen. Die Naturschützer verstehen dieses Vorgehen nicht und wollen erreichen, dass sie wieder als Naturdenkmal gekennzeichnet werden, am besten zusammen mit einer dritten Linde, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht. Um auf dieses Anliegen aufmerksam zu machen, fand am Sonntag, 23. Juni 2019, von 17 bis 20 Uhr ein Picknick unter den Linden statt, deren Blüten gerade herrlich dufteten. Verköstigt wurden die Radfahrer bei dieser spontanen "Demo" mit einem frischen Holunderblüten-Cocktail. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Sigrid Schindler begleitete auf dem Akkordeon die Sängerinnen und Sänger, die sich eingefunden hatten, um "wie in alten Zeiten unter Linden sich zu treffen und gemeinsam zu singen".