Bebauungsplan Sondergebiet "Landwirtschaftliche Trocknungsanlage mit Produktverarbeitung und Lagerhaltung" in Seubersdorf

Zum Bebauungsplan Sondergebiet in Seubersdorf nehmen wir wie folgt Stellung:

Generell setzt sich hier, wie schon an anderer Stelle im Landkreis, ein Trend fort, Gewerbegebiete zwischen Ortschaften in die freie Landschaft zu setzen. Da vorhandene Bebauung immer als Kern für eine spätere weitere Bebauung zu sehen ist, wird dieses Vorhaben die fortgesetzte Suburbanisierung des ländlichen Raums verstärken. Aus dieser Sicht ist das Vorhaben aus unserer Sicht im Grunde abzulehnen.
Der politische Wille zu bauen ist vorhanden. Das Vorhaben ist in den textlichen Unterlagen formal ausreichend begründet. Durch Änderungen der Schwerpunktsetzung bei der Abwägung könnte man jedoch auch zu anderen Aussagen kommen und damit auch zu anderen Möglichkeiten dieses Vorhaben zu verwirklichen.

Konkret zu kritisieren ist aus Sicht des Naturschutzes die Anordnung der Gebäude innerhalb des Sondergebietes. Würden diese an den südlichen Rand verschoben, könnte die Ausgleichsfläche im Norden geschaffen werden. Damit hätte auch das bestehende Biotop dort aufgewertet und räumlich erweitert werden können. Dieses ist durch unsachgemäße Behandlung stark in Mitleidenschaft geraten. Es war vermutlich früher ein Tümpel, der aber durch Ablagerungen verfüllt wurde. Diese wilden Ablagerungen sollten entfernt und in der Vertiefung eine Wasserfläche angelegt werden. Eine angepasste Bepflanzung würde den Wert dieser Fläche weiter erhöhen.

Die Ausgleichsfläche sollte aus unserer Sicht besser nicht mit Obstbäumen bepflanzt werden. Stattdessen schlagen wir vor eine zweimahdige Wiese anzulegen. Es genügt dann die umschließende Baumreihe nur um die eigentliche Baufläche zu pflanzen. Die Ausgleichsfläche hätte dann einen Anschluss an die offene Feldflur. Für die darauf angewiesenen Arten wäre hier eine kleine ungestörte Rückzugsfläche aus dem zunehmend intensiver bewirtschafteten Ackerland gegeben. Läge die Fläche im Norden würde deren Wert noch gesteigert.

Was den Artenschutz anbelangt könnten auch in dieser technischen Anlage Möglichkeiten geschaffen werden Beispiele für Arten die hoch aufragende Strukturen nutzen wären Furmfalke und Mauersegler. Auch für die Fledermäuse kann mit einfachen Mitteln Raum für Hangplätze geschaffen werden.

Über die Energieversorgung lassen sich die Unterlagen nicht aus, abgesehen davon, dass ein Stromanschluss gelegt wird. Es ist jedoch naheliegend hier die Nutzung nachhaltiger Einergiequellen vorzusehen, seien es solare Stromerzeugung oder Biomassenutzung, insbesondere für die Wärmenutzung.

Enerigewende - Jobmotor oder Jobkiller?

ENERGIEWENDE – JOBMOTOR ODER JOBKILLER?

 

hieß das Thema der Nürnberger Gesprächen unter Leitung der Bundesanstalt für Arbeit am 29. 7.2014 im historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg.  Auch Mitglieder der Neumarkter Ortsgruppe nahmen daran teil. Prominentester Teilnehmer war Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Auch Prof. Claudia Kemfert ist sicher vielen Neumarktern ein Begriff  -  sie sprach vor kurzem auf Einladung der Lammsbrauerei in Neumarkt und ist eine der wichtigsten Mitstreiterinnen für die Erneuerbaren Energien und gegen die HGÜ-Leitung. Darüber hinaus diskutierten Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. und Egbert Biermann, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Bergbau, Chemie, Energie.

 

Vor dem Rathaus demonstrierten Vertreter des BN und zahlreicher Bürgerenergiegesellschaften gemeinsam mit dem Bündnis Rückenwind für Bayern. Zentraler Kritikpunkt ist die Fortschreibung des EEG. „Die Reform spielt in die Hände der Energiekonzerne. Der Rückwärtsgang bei der Energiewende ist auch für den Klimaschutz fatal“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern.

„Sehr geehrter Herr Bundesminister Gabriel, bitte so nicht! Unternehmen Sie bitte Schritte, damit die dezentrale Bürgerenergiewende, das große Engagement der kleinen Leute, mit Wertschöpfung vor Ort, gerade auch unter einem SPD-Wirtschaftsminister überleben kann!“, so Lisa Badum vom Vorstand Bürgerenergie bayern e.V.

 

Der Vorstand der OG Neumarkt diskutierte auf seiner letzten Sitzung diese Problematik ausführlich und ging mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

 

BUND Naturschutz

PRESSEMITTEILUNG der Ortsgruppe Neumarkt                                      August-2014

 

 

Bei der ersten Vorstandssitzung der neu gegründeten Ortsgruppe Neumarkt des BUND Naturschutz nahm das Thema Energie einen breiten Raum ein. Darüber hinaus besprach der Vorstand die künftige Öffentlichkeitsarbeit, die Probleme Sandabbau und die Trinkwassergewinnung.

In Neumarkt ist die Photovoltaik schon seit über 30 Jahren stärker im Gespräch als anderswo. Doch wer erinnert sich schon noch an den ersten „Solarpapst“ Alois Storck? Heute kämpfen mehrere Neumarkter Solarfirmen ums Überleben nach einem Boom, der erst wenige Jahre zurück liegt. Damit einher geht ein nicht unerheblicher Arbeitsplatzabbau. Deshalb besuchten Alfons Greiner und Adolf Winter eine Veranstaltung in Nürnberg mit dem Thema „Energiewende – Jobmotor oder Jobkiller? Leider gab Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel keine konkrete Antwort und auch Prof. Claudia Kemfert, die vor kurzem noch in Neumarkt referierte, konnte ihr Fachwissen bei dieser Podiumsdiskussion nicht ausführlich darlegen.

Aus der momentanen Gesamtsituation heraus begrüßt der Ortsgruppenvorstand die Initiative der Stadt Neumarkt, dass jetzt eine größere Photovoltaikanlage auf dem Bauhof installiert worden ist. „Wir sind uns mit Herrn Stadtbaumeister Matthias Seemann einig, dass die EEG-Reform in Teilen kontraproduktiv sei“, sagt Alfons Greiner. Die Äußerung von OB Thomas Thumann, dass „die EEG-Reform der falsche Weg ist“ unterstreiche das.

Dies musste auch Sigmar Gabriel „erleben“, der in Nürnberg von einem vielstimmigen Chor von Trillerpfeifen empfangen wurde: Stromtrassengegner und Mitglieder der Bürgerenergiegesellschaften zeigten dem Wirtschaftsminister die Rote Karte. Der BUND Naturschutz in Bayern übergab ihm und der Presse eine schriftliche Erklärung in der u.a. gefordert wird: „Drängen Sie die kleinen Bürgerenergiegesellschaften in Bayern nicht mit den Hürden und Regeln des neuen EEG 2014 ins Aus!“ Es wurde eindringlich darauf verwiesen, dass die sich ständig ändernden Vorgaben auch für kleinere Energieerzeuger zu unplanbaren Hürden werden. Das Engagement von Privatpersonen, Bürgerenergiegesellschaften und Genossenschaften wird unerträglich erschwert, obwohl diese bislang als Motor und Geldgeber der Energiewende rund die Hälfte aller Ökostromanlagen errichtet haben. Leider ist der Zubau der Photovoltaik-Leistung 2013 um über 50 % eingeknickt! „In jeder anderen Branche hätte die Politik die leidenden Firmen unterstützt, nur bei der Photovoltaik verschlimmert die Politik die Bedingungen noch“ entrüstet sich Alfons Greiner.

Und dennoch sind die Naturschützer überzeugt, dass auch künftig Interessenten einer PV-Anlage zugreifen sollten. „Das war bestimmt noch nicht die letzte Chance“ meint Adolf Winter. Schließlich werden Privatpersonen mit einer Dachanlage unter 10 kW von den neuen Bedingungen ausgenommen und über den Stromeigenverbrauch kostet eine kWh nicht 30 ct, sondern nur ca. 13 ct!

Diese entscheidende Information ist durch unvollständige oder irreführende Meldungen beim Bürger kaum angekommen. So lohnt sich die Installation einer PV-Anlage nach wie vor, denn dieser günstige Eigenstromverbrauch bedeutet, dass sich auch künftig PV-Anlagen nach 10 bis 15 Jahren amortisieren werden. Entscheidend dabei ist, wie intelligent der produzierte Strom für den Eigenverbrauch eingesetzt wird, z.B. Waschen und Spülen während der Mittagszeit, wenn die eigene Anlage Strom liefert.

 

Der gesamte Vorstand war sich darin einig, dass die Bürger mit vielen Halbwahrheiten regelrecht zugeschüttet werden und es daher nicht verwundert, dass viele das Vertrauen in die erneuerbaren Energien verloren haben. Aber der Weg zurück würde definitiv den Klimawandel weiter beschleunigen.

Die Ortsgruppe Neumarkt wird das Thema Photovoltaik im nächsten Halbjahr aufgreifen und Informationsveranstaltungen anbieten, um Vorurteile und Unsicherheiten in der Bevölkerung abzubauen und verloren gegangenes Vertrauen in die erneuerbaren Energien zurückzugewinnen.