Hungrig und gefährdet - so helfen Sie Igeln im Frühjahr
PM 7/2026
Igel sind anpassungsfähig, was ihren Winterschlaf betrifft. Doch Temperaturschwankungen und häufige Unterbrechungen ihres Schlafs fordern sie stark heraus“, erklärt Sigrid Schindler von der Kreisgruppe Neumarkt des BUND Naturschutz. „Wenn Igel zu früh aktiv werden, finden sie oft kaum Nahrung, denn Insekten und andere Beutetiere sind bei diesen Temperaturen wenig aktiv.“
Wer bereits jetzt einen Igel entdeckt, kann aber helfen. Die Tiere haben nach dem Aufwachen zunächst großen Durst. Eine flache Schale mit frischem Wasser im Garten ist eine einfache und wirksame Hilfe. Als Nahrung eignen sich Rühreier ohne Milch und Gewürze, hochwertiges Katzenfutter ohne Gelee, Soße und Getreide, getrocknete Insekten oder auch angebratenes, ungewürztes Hackfleisch und gekochtes Geflügelfleisch. „Je proteinreicher das Futter, desto besser“, so Barbara Göttler, die in Burggriesbach eine Igelstation unterhält. Fertiges Igelfutter aus dem Handel sollte nicht verwendet werden, weil hier oft Bestandteile enthalten sind, die ein Igel nicht verwerten kann.
Wichtig ist, das Futter an einem geschützten Ort aufzustellen, damit es den Igeln zugutekommt und nicht von anderen Tieren wie Katzen gefressen wird. Zu diesem Zweck stellt der BN auf seiner Webseite auch eine Bauanleitung für ein Igelhaus zur Verfügung, das als Futterhaus und auch als Unterschlupf verwendet werden kann (Igelhaus im Garten selbst bauen (bund-naturschutz.de). Wer aber sofort ein Futterhaus haben möchte, kann entweder einen Bausatz oder ein fertiges Futterhaus bei Barbara Göttler erhalten: Tel: 0170 8012050. Sie steht auch für alle wichtigen Fragen zum Thema Igel zur Verfügung.
Neben der Witterung kann auch der Mensch unbeabsichtigt zum Problem werden. Frühe Garten- und Aufräumarbeiten reißen Laub- und Reisighaufen auf, in denen Igel noch schlafen oder sich verstecken. „Bitte lassen Sie Laub- und Reisighaufen länger liegen. Das sind sehr wichtige Rückzugsorte für Igel“, appelliert die Geschäftsführerin Katrin Mayer.
Um mehr über das Verhalten der Igel und ihre frühzeitige Aktivität zu erfahren, läuft derzeit die Igel-Challenge über die Biodiversitätsplattform Observation.org und die dazugehörige App ObsIdentify. Jeder, der zufällig einen Igel entdeckt, kann den Fund einfach per Foto melden. Seit dem Start der Aktion im Oktober 2024 wurden bereits mehr als 8.400 Igel gemeldet.
Die gesammelten Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über die Lebensweise und das Verhalten der Tiere, die wiederum für den Schutz der Igel genutzt werden können. Die Igel-Challenge wird von Pro Igel e.V. in Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz als regionalem Partner organisiert. Weitere Informationen zur Igel-Challenge und zur Meldung von Igel-Beobachtungen gibt es hier.






