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Gartentipps für den Herbst

Wilde Ecken voller Leben

Mit der richtigen Pflege kann der heimische Garten zum Jahresende hin zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. BUND Naturschutz zeigt auf, wie es geht.

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. „Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden hier Schutz und Nahrung“, erklärt Sigrid Schindler vom BUND Naturschutz.

Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten  Winterquartiere. Hier hat Alfons Greiner ganz aktuell in seinem Garten kleine Frösche fotografiert, die sich in seinem Gartenteich entwickelt haben. Sie sind gerade mal 1 cm lang, quicklebendig und suchen sich jetzt einen Platz zum Überwintern.

Grundsätzlich sollten Hobby-Gärtner*innen besser seltener und später mähen, rät Josef Guttenberger. „Besser als Rasen ist eine Wiese, der man Zeit zum Wachsen geben sollte, denn das fördert den Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Salbei, Margeriten oder Knautie vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“ Der Rasen- oder Wiesenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Materiallocker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt das Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens im Winter. 

Im Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen und sich Gedanken über das Anlegen einer kleinen Wiesenfläche zu machen. Passende Samen dafür gibt es im Fachhandel. Insekten wie z.B. die Hummeln ernähren sich im Frühjahr an Schneeglöckchen, Krokussen, Märzenbechern und Tulpen. Besonders beliebt ist auch der Winterling. Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße. Im Frühjahr können sie sich dann zu schönen Blütenteppichen entwickeln.

„Dass Laubbläser tabu sind, sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben“, so Alfons Greiner abschließend. „Sie sind nicht nur laut, sondern behindern zudem die Humus- und Nährstoffbildung da die weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten können. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum. Außerdem wird die Deck-Schicht entfernt, die den Boden vor Austrocknung und extremer Kälte schützt.“

Weitere Infos:

bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser

bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten

Für Rückfragen:

BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Neumarkt

Tel.: 09181 21578

E-Mail: neumarkt@bund-naturschutz.de

Hintergrundinformation Bund Naturschutz:

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