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Großes Interesse an Gartenausstellung

Der BUND Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt zeigt von 12. – 31. März die Ausstellung „TATORT GARTEN – Ödnis oder Oase“ im Ausstellungsbereich des Neuen Markts in Neumarkt. Zur Eröffnung konnte Alfons Greiner vom Kreisvorstand viele Gäste begrüßen. Greiner wies eingangs darauf hin, dass die Ausstellung vor drei Jahren vom BN Landshut entwickelt wurde. Damals hatte man sich Dieter Wielands „Grün kaputt“ zum Vorbild genommen. Der bekannte Natur- und Denkmalschützer war als Ehrengast geladen worden. Das Bayerische Fernsehen hat weit über hundert seiner Filme gezeigt.

Mit „TATORT GARTEN – Ödnis oder Oase“ will die Kreisgruppe Neumarkt den Blick des Betrachters schärfen für das, was in seiner Umgebung zum Schaden für die Natur und der ihr innewohnenden Ästhetik geschieht. Immer mehr Gärten fallen einer „Versteinerung“ zum Opfer. Die Kreisgruppe hat die Ausstellung mit einer Reihe von positiven und nachahmenswerten Beispielen ergänzt. Die Bilder zeigen die Vielfalt und Schönheit, die entsteht, wenn man der Natur eine Chance lässt. Hier sei nur das Beispiel einer kleinen tristen Rasenfläche genannt, die in eine blühende Teichoase verwandelt wurde. Viele Details zum Entdecken warten auf die Besucher.

Als Hauptredner bei der Eröffnung und Schirmherrn der Ausstellung konnte der Leiter der Stadtgärtnerei, Georg Ziegler, gewonnen werden. Er spannte mit seinen Gedanken einen weiten Bogen und berichtete aus der täglichen Praxis von der Erschwernis durch manchem Zeitgenossen, dem eine sauber und akkurat geschnittene Wiese lieber ist als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Lebensvielfalt und ein Beitrag zur klimatischen Stabilisierung. Gerade die Frühjahrsblüher haben hier einen schweren Stand. Ziegler berichtete vom Bemühen der Stadt, in den Grünanlagen und Parks mit Winterling, Krokus, Scilla und Narzissen eine Futtergrundlage für die ersten Bienen, Schmetterlinge und Hummeln zu schaffen. Diese Blumen müssen aber nach der Blüte noch mehrere Wochen stehen bleiben, um ausreichend Zeit zu haben, Nährstoffe für das nächste Frühjahr in ihren Zwiebeln einzulagern. Das bedeutet aber, dass in dieser Zeit nicht gemäht werden darf, worüber sich manche Bürger mokieren und der Stadt mit unqualifizierten Anrufen zur Last fallen. Hier ist natürlich auch jeder Gartenbesitzer aufgerufen, den Frühjahrsblühern nach der Blüte genügend Zeit zur Erholung zu geben.

Ziegler führte ein weiteres Beispiel an, das die Zuhörer zwischen Kopfschütteln und Ungläubigkeit schwanken ließ. Ein Gartenbesitzer beschwerte sich, dass sein neu aufgestelltes Insektenhaus leer bliebe. Es steht leider inmitten eines Schottergartens und weit und breit sind keine Pflanzen und Blüten, um den Tieren Nahrung zu bieten. Menschlich gesagt: was nützt ein Hotel, wenn es im weiten Umkreis nichts zu essen gibt.

Danach war das Willibald-Gluck-Gymnasium an der Reihe mit der Vorstellung der Ergebnisse eines P-Seminars zum Thema Insektenschutz. StD Reinhard Kroiss erläuterte das Projekt, das bereits vor dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in die Wege geleitet wurde. Mehrere Schülergruppen befassten sich mit einem begrünten Dach der Lammsbrauerei, einer Umwandlung einer Rasenfläche in eine Blühwiese hinter dem WGG und einer größeren Fläche beim Autohaus Fischer in Pilsach. Hier entstanden mit finanziellem Engagement des Besitzers verschiedene Biotope, die neuen Lebensraum für Insekten, aber auch Reptilien und Vögel entstehen ließen. Eine weitere Schülergruppe fasste die Ergebnisse in einem Flyer mit dem Titel „Der insektenfreundliche Garten“ zusammen. Er gibt Tipps für Gartenbesitzer und liegt in der Ausstellung aus.

Alfons Greiner bedankte sich abschließend bei seinen Mithelfern für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden, dem Center-Management für die gute Zusammenarbeit und bei den Herren Ziegler und Kroiss für ihr Engagement. Dank galt auch allen Besuchern, die mit ihren Aussagen sehr deutlich werden ließen, dass solche Steinwüsten bald der Vergangenheit angehören sollten. Dabei steht immer noch im Raum, dass die MZ am 22.08.2019 schrieb „Neumarkt schließt Schottergärten bereits seit 1995 in einer eigenen Satzung aus.“ Eine Anfrage des BN an die Stadt Neumarkt ist bereits vor längerer Zeit erfolgt.